Die Kupferschmiede oder Reverse Engeneering
Hier die Schritte in Kürze, von der Platine zum konsistenten Schaltplan.
| 1. | Platine von unten und oben einscannen/abfotografieren. Auf Verzerrungen achten!. Oder besser auf einen Flachbett-Scanner legen. ;-). |
| 2. | Die Bilder in Paint auf 16 Farben reduzieren (abspeichern). 2 Farben ist meistens nicht möglich wegen Schattierungen und Lichtreflexionen. |
| 3. | Mit RUN import-bmp.ulp die Bilder in das Board importieren. Hier kann die Skalierung angepasst werden, damit die Abmessungen der Realität entsprechen. |
| 4. | Die entsprechenden Packages der Bauteile aus den Bibliotheken platzieren. Hier muss darauf geachtet werden, dass zu dem Package auch das passende Symbol gibt.* |
| 5. | Mit SIGNAL die PADs/SMDs verbinden. |
| 6. | Wenn gewollt, mit ROUTE die Leiterbahnen verlegen, entsprechend der Leiterbahnstärke der "Kupfervorlage". |
| 7. | Mit RUN import-netlist2sch.ulp die Netzliste exportieren. |
| 8. | Im leeren Schaltplan die benötigten *Bauteile (Symbole) platzieren. Zuerst mal an beliebiger Position. |
| 9. |
Mit RUN import-netlist2sch.ulp die aus dem Board erzeugte Netzliste importieren. Dabei werden die NETze als Gummibänder von PIN zu PIN gezeichnet. Als Besonderheit wird das NET erst mal im Winkel von 45 Grad ein halbes Grid vom PIN weg gezeichnet, und dann zum Ziel-PIN. Dadurch ergibt sich mehr oder weniger ein Winkel ungleich 0 oder 90 Grad. Das soll verhindern dass ein NET-Wire exakt über einen nicht gewollt angebundenen PIN gelegt wird. Problem: Wenn mit MOVE/ROTATE/MIRROR ein Gate bewegt und abgesetzt wird, und dann an der Ablage-Koordinate eines PIN zufällig ein NET-Wire liegt, würde EAGLE den PIN an den NET-Wire anbinden. Besonders dramatisch wäre es, wenn z.B. ein NET-Wire senkrecht (90 270 Grad) verläuft, und mehrere (Kontaktpunkte) PINs des Gate ebenfalls so angeordnet sind, dass sie jetzt auf den NET-Wire treffen und dort anbinden. |
| 10. | Jetzt geht es an das richtige Platzieren der Symbole im Schaltplan, denn die Netze und Symbole sollten so angeordnet werden, dass man auch einen Stromfluss erkennen und daraus die Funktion der Schaltung herauslesen kann. Also mit MOVE (ROTATE/MIRROR) die Bauteilsymbole entsprechend anordnen und mit SPLIT und MOVE die NETze verlegen, so dass ein lesbarer Plan entsteht. |
Wer es detaillierter haben will, mit einem Beispiel von Fotos einer Platine, der braucht das hier.
Für den Fall dass man an Gerber- (Plot) und Excellon-Daten (Bohren) der Platine kommt, gibt es hier auch ein ULP zum 'Einlesen ...' der Daten.
Es ist auch schon vorgekommen dass Anwender ihre .BRD-Daten verloren haben, aber noch die erzeugten GEBER- und Drill-Daten besitzen.
Dann kann man mit dem unten beschriebenen ULP - gbr2scr.exe diese GERBER-Daten wieder einlesen und mit der hier beschriebenen Vorgehensweise
ein konsistentes SCH/BRD Paar erzeugen. Vor allem dann, wenn man am Schaltplan Änderungen vornehmen muß die auch im Layout entspr. Änderungen bedingt.
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import-extended-drill.ulp Damit lassen sich die Bohrdaten im Excellon-Format einlesen. Zum Download hier entlang.